Welche Rolle spielte das Handelsschiff: BATAVIA?


Die Geschichte beginnt im frühen 17. Jahrhundert in Amsterdam.
Genauer gesagt im Jahre 1628. In diesem Jahr wird Francisco
Pelsaert als Komandant der "BATAVIA" gewählt. Das 3 mastige
VOC-Flagschiff war ein Handelsschiff eines Weltkonzerns. Die
Vereinigte-Ostindische-Company dominierte im 17. Jahrhundert
den gesamten Gewürzhandel Hinterindiens. Die "BATAVIA"
sollte so viele Waren wie möglich aufnehmen, um maximalen Ge-
winn zu machen. Eine der zahlreichen Waren war ein Sandstein-
portal
Dieses bestand aus 137 Einzelsteinen. Weiterhin waren
ca. 290 Matrosen und Soldaten und ca. 50 Passagiere (Frauen,
Männer und Kinder) auf engstem Raum auf dem Schiff unterge-
bracht. Ziel der 8 monatigen Schiffsreise war Batavia, daß heu-
tige (seit 1949) Jarkata (Java). Das Sandsteinportal war für die
dortige Wasserzufahrt der Zitadelle der holländischen Handels-
gesellschaft bestimmt. Leider ist das Schiff dort nie angekommen.
Es lief am 04. Juni 1629 vor der Küste Australienes gegen ca.
5 Uhr morgens auf ein Riff einer kleinen Korallen-Inselgruppe mit
dem Namen: Houtman Abrolhos. Über 300 konnten sich auf die
kleine Inselgruppe retten, ohne Trinkwasser und unter sengender
Sonne. Bald regierte die nackte Gewalt. Einige Matrosen rissen
den Proviant an sich, verklavten die Frauen und brachten syste-
matisch Menschen um, damit die Vorräte nicht geteilt werden
mußten. Erst die Rückkehr des Kommandanten, der in Java Hilfe
geholt hatte, rettete die Überlebenden in letzter Minute vor den
Tyrannen, denen sofort der gnadenlose Prozess gemacht wurde.

Durch Geologische Untersuchungen eines Sandsteinstückes dieses
Portals, fand man nun heraus, daß es aus Obernkirchener Sandstein
besteht. Dieser mußte im 17. Jahrhundert in Obernkirchen gebrochen
worden sein. Dann wurde er über Bremen nach Amsterdam verschifft.

Erwähnenswert ist ferner der Fund eines Massengrabes auf
Beacon Island, vor der Westküste Australiens.
Angenommen wird, daß sich darin die Reste der Opfer der
Meuterei unter Schiffbrüchigen des VOC-Schiffs Batavia
befinden. Der Fund wird momentan aber noch genauer untersucht.